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09April

Krisengedanken

Krisengedanken
Von Ängsten und Alternativen

Es ist jetzt schon über zwanzig Jahre her, seit mir damals Angst und Panik meinen Tagesrhythmus diktierten. Ich erinnere mich noch gut an dieses fiese Gefühl, das gerade in ganz alltäglichen Situationen immer häufiger in mir hochkroch. Ein paar Beruhigungstropfen, für die schlimmeren Angstmomente waren damals meine ständigen Begleiter. Mehr noch, sie waren der Hoffnungsschimmer in meiner Hosentasche, die attestierte Sicherheit auf Rezept, dem nächsten Panikanflug nicht hilflos aufgeliefert zu sein.

Irgendwann Ende der 1990er Jahre kam in mir die naive Frage auf, was wohl wäre, wenn mir diese „Wunderwaffe“ eines Tages nicht mehr zur Verfügung stünde? Was, wenn ein Krieg oder Ähnliches die Pharmabranche derart schädigen würde, dass exakt die Medizin, die ich so dringend benötigte, vergriffen wäre? Alleine diese Vorstellung machte mir damals noch mehr Angst. Also verdrängte ich sie kurzerhand, denn bei genauerer Überlegung kam sie mir doch recht kindisch und albern vor.

Viele Jahre später fand ich sie dann, die Antwort auf diese Frage, die gerade dank der gegenwärtigen Corona-Ausnahmesituation und der damit verbundenen Medikamentenknappheit wieder aktueller denn je zu sein scheint. Sie war eines Tages einfach so da, ohne dass ich weiter danach gesucht hätte. Zudem war sie sehr unkompliziert, so wie eben alles in der Natur im Grunde erstaunlich pragmatisch ist.

Rückblende:

Auf der Suche nach meiner damals verloren gegangen Gesundheit, fand ich auch alternative Behandlungsmöglichkeiten für die Panikattacken. Das war deshalb nötig geworden, da die Medikamente, die ich einnahm, immer wirkungsloser wurden. Stärkere Pillen oder gar Psychopharmaka kamen für mich aufgrund ihrer teils heftigen Nebenwirkungen nicht in Frage. Es war also unausweichlich, nicht mehr nur die Symptome in Schach zu halten, sondern ich musste den wahren Ursachen meiner Probleme tiefer auf den Grund gehen.

Auf diesem Weg durfte ich sehr viele und oft auch interessante alternative Methoden kennenlernen. Manche waren wirkungsvoller, andere weniger. Eines hatten die meisten aber gemein: Sie bestanden in aller Regel nicht im Schlucken von Pillen, sondern unterstützten aktiv den Prozess mein Leben in eine Richtung zu lenken, die es mir ermöglichte, mich Stück für Stück wieder wohler zu fühlen. Sie verdrängten zum Beispiel keine Ängste. Stattdessen gaben sie mir die nötige Ruhe und Kraft, mich mit ihnen auseinandersetzen zu können.

Ganz nebenbei stellte ich dabei fest, dass die Mittel, die ich einnahm oder verwendete, fast ausschließlich natürliche Präparate waren. Auch wenn ich sie vielleicht in Form von Globuli oder pflanzlichen Extrakten aus der Apotheke bezog, fiel mir auf, dass die meisten der ihnen zugrundeliegenden Kräuter buchstäblich vor meiner Haustür wuchsen. Mit etwas Sachverstand und Tatkraft hätte ich sie also theoretisch auch in Eigenregie ernten und aufbereiten können.

Nun war und bin ich zwar kein „Kräuterkundiger“, der seine Medizin selbst herstellt, aber alleine das Wissen darum, dass ich es im Bedarfsfalle tatsächlich könnte, machte mich zumindest innerlich ruhiger. Die Angst, in einem wie auch immer gearteten Krisenfall, den Machtspielen anderer hilflos ausgeliefert zu sein, war mit diesem Wissen verflogen. Sie hatte dem wohligen Gefühl einer natürlichen Sicherheit Platz gemacht, ganz ohne Rezept und Lieferengpass.

Auch wenn ich weiß, dass das nur mein Weg war und er sicher nicht als repräsentativ für alle gelten mag, so möchte ich mit diesem Beitrag dennoch den Fokus weg von den Ängsten, hin zu den Alternativen lenken, die es mit Gewissheit in jeder Krise gibt. Wer beispielsweise sein Immunsystem gerade im Frühling auf natürliche Weise unterstützt und in Schwung bringt, lebt nicht nur gesünder. Der innere Blickwinkel verändert sich dabei meist ganz automatisch: weg von Angst und Krankheit, hin zur aktiven Stärkung der eigenen Gesundheit.

Mit einem derartigen Perspektivenwechsel helfe ich nicht nur mir selbst, sondern entlaste gleichzeitig auch die ohnehin angespannte Versorgungssituation in den Apotheken. Man benötigt tendenziell weniger schulmedizinische Präparate, die dann wiederum den krisenbedingten Härtefällen zur Verfügung stehen. Vielleicht kann auf diese Weise die aktuelle Krise auch zu einer echten Chance für eine neue und sinnvolle Form der Verzahnung von Schul- und Komplementärmedizin beitragen. Zu wünschen wäre es ...

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Dirk Stegner

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