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04September

Mehr Gelassenheit und ein respektvolles Miteinander

Nur wer sein Schloss auf Sand gebaut hat, muss anderen das Wasser abgraben.

Mehr Gelassenheit und ein respektvolles Miteinander

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Es ist sicherlich verständlich, dass in Zeiten wie diesen die Wogen mal hochkochen. Auch mir geht es so, wenn ich den einen oder anderen Beitrag in den sozialen Medien lese. „Ja spinnt denn der, das kann doch nicht sein, dass man so naiv ist!“, schießen meine Gedanken förmlich los und nötigen mich fast dazu, sie sofort als Antwort unter den auslösenden Post zu hämmern.

Wütend fange ich an zu tippen und packe den ganzen Frust sowie die sich bahnbrechende Wut in die geschriebenen Zeilen. In letzter Sekunde rutscht dann mein rechter Zeigefinger doch eine Tastenreihe höher und betätigt die Löschen- statt der Eingabetaste. Puhh, gerade noch mal gutgegangen ... Ähnliche Szenarien spielen sich leider momentan im Minutentakt ab. Getrieben von der Wut und dem Unverständnis, dass die anderen einfach nicht kapieren wollen, was der eigenen Meinung nach doch so klar erscheint, gerät genau das immer mehr unter die Räder, was man eigentlich ja schützen und bewahren will. Die Rede ist von wirklicher Meinungsfreiheit sowie einem respektvollen, toleranten und offenen Umgang mit Andersdenkenden. Stattdessen erleben wir ein ständig schlimmer werdendes digitales Schubladendenken, wüste Beschimpfungen und ähnliche Attacken auf das Grundgerüst eines zivilisierten Miteinanders.

Was also tun, wenn die Wut mich das nächste Mal übermannt oder die Pferde mit mir durchzugehen drohen? Erst kurz durchatmen und den Finger wieder vom „Abzug“ nehmen, wäre sicher schon mal eine gute Idee. Mir persönlich hilft in solchen Situationen immer die Erkenntnis, dass meine Meinung und mein Weltbild ja nicht von anderen abhängig sind. Es ist nicht wichtig, ob mehr oder weniger Bekannte der gleichen Ansicht sind wie ich, denn es hat auf meine Wahrnehmung nicht die geringste Auswirkung. Zumindest dann nicht, wenn ich mir meiner sicher bin. Wenn ich meine Ziele kenne und sie auch in stürmischen Zeiten nicht aus dem Auge verliere. Sie sind ein stabiles Fundament, das selbst die eine oder andere Welle sicher übersteht. Sie ermöglichen mir eine gewisse Gelassenheit, ja sogar so etwas wie ein Gefühl von innerer Sicherheit in doch so unsicheren Zeiten. Kein Von-oben-Herabschauen auf die, die andere Sichtweisen vertreten, sondern das Zulassen ihrer Ansichten und der damit verbundenen Lebensstile.

„Das bedeutet tatsächlich, dass ich mein Leben in jeder Situation selbst in der Hand habe. Dass ich mit dem, was ich als meine Wahrheit anerkenne, auch den daraus resultierenden Menschen 'erschaffe'. Und dieser Mensch bin ich.“
Auszug aus: Dirk Stegner „In Wahrheit ich“ 

Das Verhalten der Menschen in der Krise spricht meist für sich: Nur wer sein Schloss auf Sand gebaut hat, muss buchstäblich auch anderen das Wasser abgraben, um die eigenen Grundfeste täglich auf’s Neue vor dem Unterspülen zu bewahren. Muss andere für die Ängste verantwortlichmachen, die im Angesicht der Ausnahmesituation in einem selbst ans Tageslicht drängen und bearbeitet werden wollen. Glaubt, die Sicherheit im Außen finden zu können, die im Inneren schon seit langer Zeit fehlt. Aber genau das funktioniert i.a.R. nicht und so bleibt die Frage, wie man mit der zeitweise aufkommenden Wut und Angst sinnvoller umgehen könnte, als andere Menschen zu „attackieren“, in der Hoffnung, es würde einem dadurch selbst besser gehen. Die Antwort ist vergleichsweise simpel: Im wahrsten Sinne des Wortes mal einen Schritt zurücktreten und sich den Sachverhalt aus einem veränderten Blickwinkel ansehen. Den Bildschirm einfach ausschalten, das Handy beiseitelegen und sich an einen Ort draußen in der Natur zurückziehen, an dem Ruhe herrscht. Stille, die auf einen selbst abfärbt und so manche Wutgefühle etwas abkühlen lässt. Zumindest so weit, bis man dazu bereit ist, darüber nachzudenken, warum diese Situation zu einer derartigen Entgleisung der eigenen Gefühlswelt führen konnte.

Die Frage, die ich mir in so einem Fall stelle, ist, warum mich das Verhalten oder die Worte anderer so stark treffen können, dass ich auf diese Weise reagiere? Wie fühlt sich das genau an und woran erinnert mich diese Gefühlskulisse? Kenne ich Situationen oder eigene Verhaltensmuster, die eventuell ähnlich gestrickt waren? Die „Erleuchtung“ lässt meist nicht lange auf sich warten. Schnell komme ich dahinter, dass ich im Grunde gar nicht auf andere wütend bin, sondern vielmehr auf mich selbst. Zum Beispiel, weil ich mich in der Vergangenheit in meinen Entscheidungen habe beeinflussen lassen oder ich vieles mitgemacht habe, zu dem ich besser Nein gesagt hätte. Genau diese weichen und schwammigen Entscheidungen brachten mich in eine Lage, die mich eigentlich gar nicht befriedigt und die mich wütend werden lässt. Wütend auf mich. Wenn ich dies erkenne, hat die Wut ihren Zweck bereits erfüllt. Sie hilft mir dabei, mich wieder ein Stück weit selbst besser kennenzulernen. Zu wissen, was mich wirklich bewegt und warum ich so reagiere.

Da ich das nun weiß, bin ich bereits einen Schritt weiter. Ich verstehe, dass ich dieser Wut nicht mehr hilflos ausgeliefert bin und sie auch nicht destruktiv einsetzen muss. Anders als vorher kann ich nun wählen, wie es weitergehen soll. Will ich wutschnaubend gegen die Wellen ankämpfen oder lieber auf ihnen surfen und mit diesen alten Mustern endgültig aufräumen? Vielleicht neue mutigere Entscheidungen als in der Vergangenheit treffen. Zum Beispiel, um beim nächsten Mal – einer stärkeren eigenen Position sei Dank – gelassener und ruhiger mit derartigen Situationen umgehen zu können und mich nicht so einfach aus dem Konzept bringen zu lassen. Energie sparen und sinnvoll einsetzen ist schließlich nicht nur in Sachen Umweltschutz ein interessantes Thema.

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Und wie sieht’s mit Ihnen aus? Es liegt in Ihrer Hand.

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Dirk Stegner

Creidlitzer Str. 29
D-96450 Coburg

Autor & Naturcoach

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